Bahnungssystem Brunkow TER Blum
Bahnung in der Physiotherapie bedeutet grundsätzlich, das man als Therapeut mit dem Zentralnervensystem (ZNS) des Patienten „kommuniziert“. Das geschieht über spezifische Reize, die gesetzt werden, um langfristig eine Verbesserung von Haltung und Bewegung zu erreichen. Beim „Bahnungssystem Brunkow TER Blum“ wird immer der gesamte Körper behandelt, weil auch der gesamte Körper auf ein Problem reagiert. Die Behandlung beginnt an den Füßen, um ein gutes Fundament“ für den Körper zu schaffen, und wird dann nach oben bis zum Kopf fortgesetzt. Der Therapeut setzt einen Reiz, auf den das Gehirn/das ZNS reagiert und eine Umstellung im Körper initiiert. Es wird dem Körper also keine Bewegungsrichtung vorgegeben, sondern der Therapeut reagiert auf das, was der Körper des Patienten ihm vorgibt. Dadurch ist es eine sehr schonende Methode.
Hierzu auch ein Ausschnitt aus dem Buch der Therapeutin, Monika Blum, die diese Behandlungsmethode weiterentwickelt hat:
„Bahnung in der Physiotherapie bedeutet Bahnung von neurophysiologischen Mechanismen.
Die nervale Ansteuerung und die physische Konstitution eines Individuums werden durch ein Bahnungssystem optimiert. Das Ergebnis zeigt sich in der verbesserten Koordination des Individuums.
Die spezifische Reizsetzung, die wir als Therapeuten einsetzen, bestimmt die Qualität der Bahnung und zeigt sich in der Einflussnahme auf die Umgestaltung der Reaktionsmuster.
Haltung und Bewegung verlaufen sowohl beim Menschen als auch beim Tier automatisiert, solange keine Störungen auffällig werden.
Auf jede motorische Schwäche wird sofort mit Kompensation geantwortet.
Auf eine Vielzahl von Kompensationen kleinerer oder größerer Art folgt irgendwann die Dekompensation, der gesamte Mechanismus von Kompensationen bricht zusammen, das heißt es entstehen Schmerzen.
Aus dieser Erkenntnis heraus stellen wir fest, dass eine Therapie, die direkt auf das Zentralnervensystem (ZNS) einwirkt, für den Patienten langfristig erfolgversprechend sein kann, da eine solche Therapie eine ständig wieder abrufbare Korrektur bewirkt.
Ziel ist es, durch definierte Reize eine exakt definierte motorische Antwort zu provozieren.
Das Zielorgan unserer Therapie ist also immer das ZNS als übergeordnetes Organ und „Software“ von Haltung und Bewegung.
Mit definierten gezielten Reizen initiiert der Therapeut die Korrektur, der Reiz wird vom ZNS in eine definierte Antwort übersetzt und zeigt sich in einem entsprechenden motorischen idealen Muster.“
(Auszug aus „TER Blum“ von Monika Blum, mit freundlicher Genehmigung der Autorin)